Sonntag, 23. Juni 2019, 14 h, Vortrag

Realität und individuelle Wahrnehmung in der Kunst

Wie Lebensumfeld, Geist und Emotionen unser Sehen beeinflussen

Vortrag von und mit Psychotherapeut und Kunstphotograph Bernd Sannwald

im Atelier I des Rosenhang Museums – der Eintritt in das Atelier und zum Vortrag ist frei

Die Betrachtung eines Kunstwerkes löst bei jedem Menschen Emotionen, Bilder und Assoziationen aus, die durchaus sehr unterschiedlich sein können. Was ist Realität und was individuelle Wahrnehmung? In seinem Vortrag geht Bernd Sannwald der Frage auf den Grund, was und wie wir sehen. Wie unser persönliches Umfeld, unsere Prägung, Erfahrungen und Gefühle die Wahrnehmung beeinflussen. Seine Bilder führen den Betrachter von der Oberfläche weg in tiefere Ebenen, wo Verborgenes und Geheimnisvolles entdeckt werden kann.

Etwa 80% aller Informationen über die Außenwelt erhalten wir über unsere Augen. Man möchte annehmen, dass wir die Welt mehr oder weniger objektiv wahrnehmen, dass wir die Realität sehen. Doch weit gefehlt, wir sehen sehr viel, nicht jedoch die Realität. Unsere Wahrnehmung wird von vielen Faktoren beeinflusst, von der Prägung in der Kindheit, vom Ort, wo wir aufgewachsen sind, von persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen, von der aktuellen Gefühlslage, der Körperhaltung und auch von der Umgebung. Dies erklärt, warum jeder Mensch ein Kunstwerk, ein Gemälde und auch eine Fotografie anders wahrnimmt.

In seiner Arbeit als Psychotherapeut geht Bernd Sannwald mit den Klienten auf die Suche nach dem Verborgenen, dem Unbewussten, der persönlichen Wahrheit. Wer lernt, die Ebenen unter der Oberfläche zu sehen, gelangt durch eine Art Transzendenz dorthin und wird weiter, tiefer und ruhiger.

Auch bei der Betrachtung von Kunst braucht es einen anderen Blick, um das Versteckte, Verborgene dahinter wahrzunehmen. Man muss loslassen und nicht wissen wollen, dann taucht das Geheimnisvolle auf. Die Photographien von Bernd Sannwald eignen sich sehr gut, diese individuelle Wahrnehmung zu veranschaulichen, da sie oft geheimnisvoll sind, da die Oberfläche „fehlt“, da das Wissen so drängt und die Tiefe, die Transzendenz dadurch droht, zweitrangig zu werden.

Im praktischen Teil seines Vortrages führt Bernd Sannwald mit einigen Imaginationsübungen in diese tieferen Ebenen. Beim Ansehen eines seiner Bilder, kann jeder erfahren, wie positive und negative Stimmungen die eigene Wahrnehmung beeinflussen und wie sie sich auf den Körper auswirken. Man begibt sich auf die Suche nach der tieferen Ebene. Die, die in den Bildern steckt und die tiefere Ebene in einem selbst.

Ein Beispiel, wie soziokulturelle Einflüsse wirksam sind.
Wie sehen Sie beide Linien? Sind diese gleich oder untererschiedlich lang?

 

 

Beide Linien sind gleich lang!
Menschen, die in rechteckigen Räumen groß geworden sind sehen sie unterschied- lich und solche, die in Rundbauten aufwuchsen erkennen sofort die Längengleichheit.

Hier eines meiner Lieblingsbilder: Was sehen Sie? Es ist etwas ganz Alltägliches.

 

 

Tipp: wechseln Sie die Perspektive, drehen und kippen Sie das Bild.
Hilft Ihnen der Titel: „L’Été indien“ – oder verwirrt er noch mehr?
Der Titel entstand aus dem Bauchgefühl, er hat nichts mit dem Foto zu tun.

Und als Abschlussbeispiel ein sog. „Doublés“
Können Sie loslassen? Das Verborgene sehen?
Dieses Bild trägt den Namen „Kongo“ – ein sehr versteckter Hinweis auf den Ursprung!

 

Sonntag, 15. September 2019, 11-16 Uhr, Kunstkurs

Meditatives Malen mit der Künstlerin Barbara Niesen

Mit Achtsamkeitsübungen und meditativer Musik werden Sie an die Malerei herangeführt.

 

Sie dürfen loslassen, sich entspannen und Kraft schöpfen, die Farben spüren und künstlerisch aktiv werden.

Stress wird abgebaut und Blockaden lösen sich.

Es wird ohne Leistungs- und Erfolgsdruck gemalt: Ziel ist es, sich einfach der eigenen Kreativität hingeben und der Fantasie freien Lauf lassen, Gefühle und Gedanken zu einem Bild vereinen.

 

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Gemalt wird z.B. in der “Nass und Nass” Technik mit verdünnten Aquarellfarben auf Aquarellpapier, wobei auch andere Materialien zum Einsatz kommen. Mit Pastellkreiden, Aquarellstiften und Finelinern wird experimentiert….., somit entstehen wunderschöne, ganz individuell gestaltete, farbenfrohe Bilder.

 

Kursbeginn: 11:00 Uhr

Kurze Einführung, Achtsamkeitsübung

Malen

 

13:00 Uhr

Gehmeditation, Pause ( Bitte bringen Sie bei Bedarf einen kleinen Imbiss zur Selbstversorgung  und ein Getränk mit.)

 

14:00 Uhr

Achtsamkeitsübung

Malen

 

Kursende:  16:00 Uhr

 

Die Kursgebühr beträgt 70 Euro inklusive Materialkosten.

Um zeitnahe Anmeldung wird gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.