JANOSCH

Vernissage 09.06.2024, 15 h

Dauer der Ausstellung 09.06.-07.07.2024

 

Janosch

Am 11. März 1931 wurde Horst Eckert, alias Janosch, in Zabrze, dem damaligen Hindenburg (Ober- schlesien), geboren. Er lebt und arbeitet heute auf der Insel Teneriffa, Spanien.

Janosch ist einer der bedeutendsten Kinderbuchautoren und -illustratoren des 20. Jahrhunderts. Kein deutscher Schriftsteller und Illustrator haben Kinder und heutige Erwachsene so geprägt wie Janosch mit seinen Geschichten „Oh, wie schön ist Panama“ oder „Post für den Tiger“.

Er wuchs die ersten drei Jahre bei den Großeltern in einer Bergarbeitersiedlung auf. Sein Vater war ein ungelernter Hüttenarbeiter und Kleinhändler. An seine Schulzeit, an seine gesamte Kindheit überhaupt mag Janosch nicht gerne erinnert werden. Sie sei sein größtes Unglück gewesen, sagt er. „Ich fing mit 13 an, in einer Schlosserei und Schmiede zu arbeiten, meine beste und allerwichtigste Zeit im Leben, denn man brachte mir den Satz bei: Es gibt nichts, was nicht geht.“

Nach einem Aufenthalt in Paris zog Janosch 1953 nach München. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste unter anderem bei Ernst Geitlinger, musste sein Kunststudium aber wegen „man- gelnder Begabung“ nach einigen Probesemestern abbrechen. Anschließende arbeitete er als frei- schaffender Künstler.

1956 begann seine schriftstellerische Tätigkeit im Feuilleton. Ein Freund riet ihm, aus seinen Zeich- nungen ein Kinderbuch zu machen und sein Verleger Georg Lentz, sich „Janosch“ zu nennen. 1960 erschien das erste Kinderbuch mit dem Titel „Die Geschichte von Valek dem Pferd“, 1970 der erste Roman „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“.

Anfang der 1980er Jahre wurden Tiger und Bär (und natürlich die Tigerente) seine wichtigsten Figu- ren. Mit über 150 Büchern, zahlreichen Illustrationen und Filmen wurde Janosch in ganz Deutschland bekannt. Inzwischen sind seine Werke in mehr als 30 Sprachen übersetzt. 1985 und 1989 wurden seine Geschichten als „Janoschs Traumstunde“ fürs Fernsehen produziert.

Seine Zeichnungen, Illustrationen und Geschichten wurden durch zahlreiche Preise ausgezeichnet. Er erhielt er unter anderem den Literaturpreis der Stadt München, den Jugendbuchpreis, den An- dreas Gryphius Preis, den Prix Danube sowie den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen. Das Bundsverdienstkreuz hat Janosch 1993 als Anerkennung für sein künstlerisches und literarisches Werk wie für seinen Einsatz für die Völkerverständigung verliehen bekommen.

Janoschs künstlerischer Anspruch war schon in seinen Buchillustrationen stets zu spüren. Sein un- verwechselbarer Zeichen- und Malstil kommt aber besonders in seinen Serigraphien und Leinwand- arbeiten zum Tragen. Seine Arbeiten sind voller humorvoller Details, ohne dabei an Kritik an der Gesellschaft im Allgemeinen und der Kirche im Besonderen zu sparen. Sein Farbspektrum reicht weit über den druckbaren Bereich hinaus, was seine Unikate zu besonderen Erlebnissen werden lässt. Ein wichtiges Element auch in seinen bildnerischen Arbeiten ist jedoch die Sprache: Titel, Aus- sprüche und bisweilen ganze Dialoge sind in die Bildkomposition miteingebunden, werden so zu einem Teil des Ganzen. Auch mitten im Raum oder auf einem Schild sind ironische Hinweise auf die Bildthematik ein Stilmittel Janoschs.

DIE MÜNCHENER MALER 

BOSCO DI FRESCO und ERNST EICHINGER

im künstlerischen Dialog

Dauer der Ausstellung 5. bis 30. Juni 2024

Großes Bergfest – statt Vernissage – am 16. Juni 2024 ab 11:00

(Eintritt frei)

 

Mit einem BOHEMIAN QUARTER sind die berühmten Künstlerviertel wie München-Schwabing oder der Montmartre in Paris gemeint.

DAS SCHWABINGER KÜNSTLERVIERTEL

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts lebten und arbeiteten hier gesellschaftskritische Schriftsteller, wie Erich Mühsam, Stefan George und Frank Wedekind, und auch die Gruppe des Blauen Reiters. Der Maler Paul Klee feierte ausgelassene Feste im ehemaligen Schloss Suresnes in der Werneckstraße, wo er sein Atelier hatte. In der Ainmillerstraße lebten weitere namhafte Persönlichkeiten, wie das Paar Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, der Dichter Rainer Maria Rilke sowie die Zoologin Marianne Plehn.

Wassily Kandinsky schrieb: „Schwabing war eine geistige Insel in der großen Welt, in Deutschland und in München selbst. Dort lebte ich lange Jahre. Dort habe ich das erste abstrakte Bild gemalt. Dort trug ich mich mit Gedanken über, reine‘ Malerei, reine Kunst herum.“

Aus diesem inspirierenden Umfeld stammen die beiden Künstler Bosco di Fresco und Ernst Eichinger und stellen hier ihre Werke in einem abwechslungsreichen Dialog gegenüber.

 

ERNST EICHINGER

27.05.1929 – 17.02.2015

Nach einem Studienbeginn in Romanistik und Philologie begann er ein Kunststudium an der Akademie der Bildenden Künste in München, das er mit Diplom abschloss (1952-1955). Damals lebte Ernst Eichinger mit Künstlerkollegen (z. B. Herbert Kreil und Petrus Schloemp) in der zur legendären „Schwabinger Gisela“ gehörigen Wohnung in der Schwabinger Occamstrasse.

Ernst Eichinger war seit 1958 Mitglied der Münchener Secession. Er war dort lange Zeit aktives Mitglied im Vorstand und ist seit 2013 erstes Ehrenmitglied. Nach bis dahin ausschließlich freiberuflicher Tätigkeit war er von 1973 bis 1992 hauptamtlicher Dozent der Bildenden Kunst an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Ernst Eichinger suchte die Nähe zur Bühne, schloss Freundschaft mit dem jungen Marcel Marceau und lernte den damaligen Falckenberg-Schüler Mario Adorf sowie Curd Jürgens kennen. 

Ausgedehnte Studienreisen führten den Künstler bereits Anfang der 1950er Jahre nach Italien, insbesondere nach Sizilien, aber auch auf den Balkan, nach Spanien und Frankreich.

Seit 1955 stellte Ernst Eichinger als jurierter Teilnehmer regelmäßig bis 2011, dem Ende dieser Ausstellung, in der „Großen Kunstausstellung München“ u.a. im Haus der Kunst aus. Weitere Ausstellungen wurden bis 2015 beschickt, sowie posthum veranstaltet.

Er erhielt nationale und internationale Auszeichnungen.

„…Von Anfang an wechselten meine Darstellungen innerhalb kurzer Zeiträume Inhalt und Technik und waren nicht beschränkt auf einen bestimmten Themenkreis oder auf gewisse Gestaltungsweisen: Reine Malerei wird abgelöst von Assemblage und reliefartigen Gestaltungen; im zeichnerischen Bereich führt die Wahl diverser Materialien zum Gebrauch wechselnder Techniken. In den achtziger Jahren begann ich, das rechteckige Bildformat zu verändern durch Abschrägungen, die dem jeweiligen Thema entsprachen und zugleich die Raumbezogenheit des Bildes herstellten.

Dieser anhaltende Wechsel ist nicht ein Zeichen von Beliebigkeit, sondern eine Antwort auf die Welt in ihrer ganzen Vielfalt und Unruhe. „Welt ist nicht, Welt geschieht.“ (Werner Heisenberg).  In einem Künstlergespräch (1998) bezeichnete ich die Variabilität als signifikantes Merkmal meiner Arbeit. …“

(Ernst Eichinger 2012)

 

ERNST EICHINGER – ABSURDITÄTEN DES TEILENS  – 140 x 150 cm

Ernst Eichinger lebte und arbeitete seit 1950 in München sowie seit 2001 sporadisch und seit 2014 fest in Limburg an der Lahn, wo er am 17. Februar 2015 verstarb. Sein Lebenswerk und die gezeigten Arbeiten werden durch seinen Sohn Dr. Sebastian Eichinger kuratiert und vertreten.


BOSCO DI FRESCO

09.07.1950

Der Maler Bosco die Fresco widmet sich meist Themen aus dem Bereich der Bildung. In seinen oft expressionistischen Gemälden finden sich Figuren aus der griechischen Mythologie, aus dem Alten Testament oder der deutschen Dichterkunst.

„Ich bin schon mein ganzes Leben im Sinne von Bildern tätig“, erklärt der gebürtige Münchner. Denn er wurde im graphischen Metier als Verfahrensingenieur mit Diplom an der damaligen FH-München mit dem Ziel ein Druck- oder Verlagshaus zu leiten, ausgebildet und war wiederum selbst Dozent und Ausbilder für Mediengestalter.

Bereits in den sechziger Jahren zog es ihn permanent nach Schwabing, auch in die Künstlerkneipe „Schwabinger Gisela“, wo er und sein Freundeskreis oft bis zu später Stunde Ansätze über die Frage „Was ist noch Kunst?“ diskutierten und in der 69er-Scene, „Ideen zur Verbesserung der Welt“ austauschten.

Den Weg zur eigenen expressionistischen Malweise entdeckte Bosco di Fresco im Jahr 1984 durch den Kontakt zur Malerin Evylin van der Wielen, wiederum Schülerin von Oskar Kokoschka, die er als Galerist vertreten hatte, womit sich eine innige Freundschaft entwickelte.

Für seine Malerei verwendet Bosco di Fresco am liebsten hochkonzentrierte Pigmentfarben auf der Basis von Öl, Dammarharzen oder Terpentinen aus Pinienbaumextrakten, weil ihm diese besonders langsam trocknenden Malmittel ein großes gestalterisches Spektrum bieten. 

„Ich finde es total spannend, wie sich die Farben mit der Zeit verändern und vernetzen“, erklärt er. Dieser trockungsbedingte Prozess könne wochen-, ja sogar monatelang andauern. Besondere Akzente in seinen Werken setzt der Künstler zudem mit Blattgold und Blattsilber.

BOSCO DI FRESCO – AS TIMES GOES BY – 80 x 120 c

Bosco di Fresco schreibt: „München, Schwabing, Occamstrasse, Gisela…, als wäre es gestern. Die Kunstscene, die Malerei im Sinne der Avantgarde. Tiefsinnige Gespräche. Wie Ernst Eichinger im Raum Limburg an der Lahn in neuer Heimat. Zufall, Vorhersehung oder beides?“

Der Rahmen und das Programm sind der Heimatstadt der Künstler München gewidmet.

Erfindung und Wahrheit

Markus Lüpertz

im Rosenhang Museum

Dauer der Ausstellung 14.07.-15.10.2024

Eröffnung mit Konzert am 14.07.2024 um 11 Uhr

 

Markus Lüpertz (*1941, Reichenberg Tschechien) zählt zu den einflussreichsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Lüpertz entnimmt seine Motive häufig der Bibel, den griechischen Mythen, nordischen Sagen, Märchen und der Philosophie. Kunstwerke zu diesen Themen versteht er als seinen Beitrag zur kulturellen Transformation, indem er klassische Inhalte der Sinnstiftung in die Gegenwart holt.