TEMPORÄR GESCHLOSSEN

Das Rosenhang Museum bleibt bis voraussichtlich 30.11.2020 geschlossen und folgt damit den behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

 

Ausstellungseröffnung Freitag, 25. September 2020, 18 h

Dauer der Ausstellung 26.09.-22.11.2020

kuratiert von P. C. Neumann

Die letzten zwei Jahrzehnte stehen ganz im Zeichen des britischen Street Art Künstlers Banksy, der sich über viele Jahre hinweg mit seinen ironischen, gesellschaftspolitischen Graffitis zu dem plakativen, zeitgenössischen Grafik-Künstler des neuen Jahrhunderts gemacht hat. Ein für viele legitimer Nachfolger der 60er Jahre-“Revolutionäre” Andy Warhol und Velvet Underground.

Aktuell unterstützt der Rebell und geheimnisumwitterte Streetart-Künstler Banksy ein Sea-Watch Schiff zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Die deutsche Hilfsorganisation Organisation twitterte dazu:”Ein Schiff gesponsert und bemalt von @Banksy, eine erfahrene Such- und Rettungsmannschaft aus ganz Europa – die MV Louise Michel sicherte bereits zwei Einsätze der Sea-Watch 4 und hat jetzt selbst 89 Menschen gerettet. Wir sind begeistert über die rosa Verstärkung!” Dazu veröffentlichte die Organisation ein Foto, auf dem das rosa – offenbar von Banksy – bemalte Schiff, das unter deutscher Flagge fährt, zu sehen ist.

Banksy’s umtriebige Gesellschaftskritik wird in unterschiedlichen Medien zum Ausdruck gebracht. Dabei waren Musik und bildende Kunst schon immer ein effektives Paar, wenn es darum ging Botschaften zu verbreiten, ironische Kommentare zur Wirklichkeit abzugeben oder dem Underground ein Gesicht zu geben, das über Sound und Image Lebensphilosophien und Haltungen abzubilden.

Stehen Andy Warhol und The Velvet Underground beispielhaft für diese Melange aus Revolte und zeittypischen Lebensgefühl in den sechziger Jahren, so stehen die letzten zwei Jahrzehnte im Zeichen des britischen Street Art Künstlers Banksy, der sich über viele Jahre hinweg mit seinen herausragenden Graffitis zum Aushängeschild dieser Bewegung gemacht hat. Man kann Banksy’s Bilder als graphisch ironischen Kommentar zum aktuellen Zeitgeschehen sehen, man kann diese Kunst in allen Facetten aber auch als weitereichendes Konzept sehen, so wie Banksy es selbst in dem Gesamtkunstwerk Dismaland realisiert hat.

Dabei ist ein wesentlicher und integraler Bestandteil seines Schaffens die Kreation und Gestaltung von Plattencovern. Banksy’s Cover’s haben unzweifelhaft mittlerweile ikonischen Charakter und sind weltweit gesuchte Sammlungsobjekte. Die Ausstellung im Rosenhang Museum präsentiert Banksy’s variationsreiche Coverdesigns in einer Zusammenstellung von originalen Banksy Plattencovern für insider Bands wie Capoeira Duo aus Bristol die teilweise in minimalen Auflagen als Promo veröffentlicht wurden, wie auch regulär veröffentlichte aber vergriffene Cover wie etwa Blowpop und gesuchte wie das Kate Moss Cover von Dirty Funker, 2006. Aber auch andere Banksy Arbeiten werden in diesem Zusammenhang gezeigt.

Die Wirkung der Ausstellung wird durch die einzigartige Sound-Installation „BAM-A-RAMA art impression“ verstärkt, die jeden Besucher, der den Kunstkäfig betritt, berührt. Die technisch anspruchsvolle Sound-Installation gilt den Kuratoren als eigenes Exponat, das zusammen mit den ausgestellten Werken ein vertieftes Erleben der Ausstellung ermöglicht und den provokativen Charakter der Exponate betont.

Banksys Identität gibt nach wie vor Rätsel auf. Bekannt ist, dass er aus Bristol im Südwesten Englands stammt und Ende der Neunzigerjahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven, die oft überraschend auftauchen. Er thematisierte zum Beispiel auch Obdachlosigkeit, Konsumverhalten und die Corona-Krise.

Die Ausstellung im Rosenhang Museum wird von P. C. Neumann kuratiert, einem ausgewiesenen Banksy Kenner.

 

hr-Fernsehen Die Ratgeber 25.09.2020

Hessenschau 26.09.2020

of eden –

Sibylle Prinzessin von Preußen

Ausstellungseröffnung durch den Hessischen Landtagspräsidenten Herrn Boris Rhein

Sonntag, 20. September 2020, 16 h

Dauer der Ausstellung 20.09.-08.11.2020

Kuratiert von Karin Adrian von Roques

Die Idee von einer Welt, in der Mensch, Tier, die gesamte Natur, in Achtung und Würde miteinander leben könnten, durchdringt das Werk von Sibylle Prinzessin von Preußen. Die in der Ausstellung gezeigten, zum Teil großformatigen Arbeiten sind in den letzten vier Jahren nach dem Tod ihres Mannes entstanden. Es sind poetische Räume hoher Sensibilität – sei es durch Scherenschnittelemente, Zeichnungen, Textfragmente oder eine speziell transzendent wirkende Farbigkeit. Durch fragile künstlerische Ausdrucksmittel wird Sensibilität zur Stärke. In einer zunehmend brutalisierten Welt legen diese Arbeiten eine feine poetische Spur über den selbstzentrierten Horizont hinaus.   

wisset, 2019

180 x 180cm, Scherenschnitt, mixed media auf Leinwand

 

Sibylle Prinzessin von Preußen lebt in Berlin. Sie studierte Geisteswissenschaften und Kunst und war – unterbrochen von einem dreijährigen New York Aufenthalt – Dozentin an der Universität der Künste Berlin; zuletzt Initiatorin und Künstlerische Leiterin des in seinen Ergebnissen mehrfach ausgezeichneten “Videoprojektes”.

Sie erhielt den Ehrenpreis der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren für die Entwicklung einer kunstorientierten Hilfe-zur-Selbsthilfe-Einrichtung für junge Heroinabhängige während ihrer Studienzeit; und erhielt ein Arbeitsstipendium mit Ankauf ihrer Werke durch den Berliner Kultursenat, war Gast der Mishkenot Sha´ananim Encounters Jerusalem und Artist-in-Residence des Wissenschaftskollegs zu Berlin; sie ist Ehrenpräsidentin der Europäischen Kulturwerkstatt.

Sie realisierte Kunst-am-Bau-Projekte in Unternehmen/Einrichtungen wie Dexia Hypothekenbank, Verein Berliner Kaufleute und Industrieller, Deutsche Bank, Commerzbank, Berliner Bank, Investitionsbank Berlin, Leibniz-Institut oder Siemens. Ihre Werke wurden und werden in nationalen und internationalen Einzelausstellungen gezeigt und befinden sich in renommierten privaten und öffentlichen Sammlungen.

Die Kuratorin der Ausstellung Karin Adrian von Roques studierte Malerei, Kostüm- und Bühnenbild an der Kunstakademie in Berlin. Während ihres Zweitstudiums der islamischen Kunstgeschichte an der Universität in Bonn spezialisierte sie sich auf zeitgenössische arabische und iranische Kunst. Sie kuratierte zahlreiche Ausstellungen für Museen, Galerien und Kulturinstitutionen u.a. in Deutschland, Frankreich, Spanien, Qatar, Saudi Arabien, Abu Dhabi, Hong Kong und den USA. Sie war die leitende Kuratorin für die FotoFest International Biennial View from Inside – Contemporary Arab Photography 2014 in Houston/Texas. Sie arbeitete als Consultant bei Sotheby’s und beriet die Deutsche Bank beim Ankauf arabischer Kunst.  Sie hält Vorlesungen und schreibt regelmässig Artikel für Kunst Magazine.   

Um Anmeldung zur Ausstellungseröffnung wird gebeten.

The Strong Cubs

Prof. Feng Lu

Ausstellungseröffnung 23. August 2020, 14 h

Dauer der Ausstellung 23.08.- 22.11.2020

 

It, 2017 – Epoxidharz, Öl

Die Berliner Kunsthistorikerin Constanze Musterer schrieb zu Feng Lu: “Die große Politik und die kleinen Abmachungen, die großen Religionen und die kleinen Andachten, der große Sex an Crime und die kleinen Begierden, die große Historie und das kleine eigene Leben. Feng Lu lässt kaum ein Thema der Gesellschaft aus und nimmt das menschliche Agieren in den Zerrspiegel seiner bitterbösen Ironie. Witzig und bunt, verspielt und frivol kommt sie in der handwerklichen Perfektion seiner figürlichen Plastiken daher.”

Feng Lu, geb. 1979 in Harbin (China), begann schon als Kind in dem kargen Hinterhof seines Elternhauses humoristische Skulpturen aus Kreide zu formen. Er studierte zunächst Bildhauerei an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und anschließend Bildhauerei und Malerei an der Universität der Künste in Berlin. Dort avancierte er zum Meisterschüler bei Prof. Wolfgang Petrick. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wurde Feng Lu 2019 zum Professor am Sichuan Fine Arts Institut in Chongqing berufen. Dort ist Feng Lu Direktor des Deutschen Innovationszentrums für zeitgenössische Kunst. Feng Lu lebt und arbeitet in seiner Wahlheimat Berlin.

Herr der Lüfte

Sultan Adler

Ausstellungseröffnung 18. Oktober 2020, 14 h

Dauer der Ausstellung 18.10.-06.12.2020

 

 

Das Rosenhang Museum zeigt eine neue Bildserie der zurzeit in Istanbul arbeitenden Künstlerin Sultan Adler.

In Ihrem künstlerischen Werk stellt der Adler eines von mehreren wiederkehrenden Motiven dar. Für einen starken künstlerischen Charakter ist es typisch, sich bedeutende, traditionsreiche und symbolisch hoch aufgeladene Motive auszuwählen. Ganz gleich, ob es sich um den Weißkopfseeadler oder den Steinadler handelt – Bevorzugungen hängen vom regionalen Habitat des majestätischen Vogels ab – alle Mitglieder der ”Aquila”-Familie haben ähnliche Eigenschaften und werden auch entsprechend wahrgenommen.

In ihrem neusten Bildzyklus reist und kreist der Adler durch ein Tulpenfeld, in dem sich die Blüten der prächtigen Blumen entgegen Ihrem eigentlichen Wesen nach unten der Erde zuwenden. Die umgekehrte Tulpe, eine endemische Pflanzenart der Anatolischen Geographie, spielt auch im Christentum eine wichtige Rolle. Von Ihr wird angenommen, dass sie dort erscheint, wo Marias Tränen fielen. Für die Gläubigen der christlichen Religion ist dies von besonderer Bedeutung. Im islamischen Glauben basiert einer Legende nach, die Form der umgekehrten Blüte aus der Geschichte von Ferhat und Şirin, deren Verbindung legendär ist. Eine sehr beliebte Blume, deren Hals nach unten gebogen und deren Farbe vornehmlich rot ist, symbolisiert Ihre tragische Liebe.

Für Sultan Adler, die diese neuen Bilder in schwierigen Pandemiezeiten gemalt hat, ist die Geschichte dieser Blumen besonders wichtig, weil die Blüten, auch wenn sich ihre Köpfe der Sonne entgegen nach unten neigen, in kräftigen Farben aufblühen und sich als Symbol der Liebe manifestieren.

Sultan Adler wurde 1975 in Bremen geboren, besuchte dort die Hochschule für Künste und studierte bei Rolf Thiele. Über ein Erasmus-Austauschprogramm an der Akademie der schönen Künste in Wien belegte sie dort die Klassen von Daniel Richter und Gunter Damisch. Danach absolvierte sie in Berlin an der Kunsthochschule Weißensee ihr Masterstudium. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin und Istanbul.