Die Zeit im Zug

P.-A. Fritze

Schwarz-weiß Foto-Collagen aus den 80er und 90er Jahren

Ausstellungseröffnung Samstag, 4. Dezember 2021, 16 h

Dauer der Ausstellung 04.12.2021-31.01.2022

CSW 001 – ohne Titel -,

1986, 225 x 198 mm,
Zeitungsfoto-Collage und schwarze Tusche, signiert und datiert mit PAF 7/86

 

Der in Berlin geborene Künstler, dessen Wahlheimat seit 1983 die Stadt Köln ist, studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Seine anfänglichen Bereiche waren Modegestaltung und Bühnenkostüm.

Erfolgreicher Bekleidungs- und Modegestalter in der Industrie. Er arbeitet heute als Maler, Kostümentwerfer und Illustrator.

Ferner: Seit 1982 Professur und Lehraufträge für das Fach Figürliches Zeichnen und Design an der Hochschule Niederrhein.

Ausgedehnte Studienreisen in Italien und Frankreich, Schweden, Norwegen, Ägypten, Marokko, Asien; Hongkong, Taiwan, Japan, Malaysia, Philippinen. Reisen in die wichtigsten Kunstzentren der Vereinigten Staaten.
Mitglied im BBK (Bund bildender Künstler)

Das verwendete Collagen-Material bei P.-A. Fritze ist – anknüpfend an die Bedingungen der ARTE-POVERA – ausgesprochen spärlich und erfüllt das materiell Unbedeutende, da es ein schlichter Weckwerfartikel ist. Ein „gewöhnliches“ Zeitungspapier ist das Grundmaterial für die Gestaltung von Collagen. Es handelt sich hierbei um eine strenge Auswahl von Zeitungsphotos der damaligen aktuellen Tagespresse. So ist die Verwendung dieses schlichten Materials dadurch gerechtfertigt, da es meist üblich am nächsten Tag schnell entsorgt wird.
Das Bildmaterial in den damaligen Tageszeitungen bestand, wie wir uns erinnern, zum größten Teil noch aus Schwarz/weiß/Fotografien mit den entsprechenden Grauabstufungen. So lieferten die Fotografien der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG dem Künstler das Rohmaterial für seine Collagen. Durch wohl durchdachte Mischungen von Ausschnitten und überraschenden Zuordnungen entstehen ganz neue Bilder. Durch diese subtile Verfremdungen der ursprünglichen Fotos entstehen unvorhersehbare „neue Realitäten“ mit überraschenden Paradoxien und narrativen Aussagen. Einige Beispiele sind mit Tusche und Deckfarben bearbeitet oder ganzflächig monochrom laviert um das Atmosphärische zu steigern.

UNEXPECTED LIVING

MARCK

Ausstellung vom 09.07.-31.12.2021

Die Videoskulpturen des Schweizer Künstlers MARCK sind mehr als eine einfache Kombination aus Video und Skulptur: Sie sind eine logische Konsequenz seiner umfassenden Auseinandersetzung mit Filmen und Videos, multimedialen Projekten, Performances, Musik und skulpturalen sowie kinetischen Objekten. Die langjährige Auseinandersetzung mit diesen Medien hat ihm deren Grenzen aber auch die Möglichkeiten aufgezeigt und damit die Grundlage für die seit 2001 entstandene Werkgruppe gelegt. Ausschlaggebend für seine Videoskulpturen war – neben anderen – seine Unzufriedenheit mit der eher langweiligen Darstellung von Filmen auf Monitoren. Daher begann er, sie neu aufzubauen, um einerseits der Skulptur den statischen Aspekt zu nehmen und andererseits seinen Filmen/Videos reale Grenzen zu setzen. Die Auseinandersetzung mit dem Menschen und dessen Gefühlswelt steht im Zentrum seines Oeuvres. Sie basiert auf der Suche nach einer Kombination von äußeren Einflüssen und inneren Bedingungen. Seine Darstellerinnen sind immer Frauen, die sich des sie umgebenden künstlerischen (und künstlichen) Raumes bewusst sind, den sie mit ihrem Körper ausloten. Zuweilen wirken sie wie eingesperrt, oder sie bewegen sich auf gefährlichem Terrain, manchmal auch zwischen den Elementen Wasser und Luft wie in der Installation „black and white“ (2017). Der Künstler selbst versteht seine Arbeiten als emotional geerdete Medienskulpturen, die nicht nur ihre physischen, sondern auch ihre psychischen Grenzen ausloten.

 

Er lässt keinen Zufall zu, sondern baut seine Werke auf dem Fundament exakter inhaltlicher und technischer Visionen auf. Die Technik selbst steht nicht im Vordergrund, sondern ist Mittel zum Zweck – ein Organ für seine Beobachtungen und seinen Drang, bestimmte Gefühle zu evozieren. „Meine Videoskulpturen und Installationen bieten den Betrachtern die Möglichkeit, ihre physischen und psychischen Grenzen (neu) zu erkennen und sich zu befreien“ (MARCK).

The Strong Cubs

Prof. Feng Lu

Ausstellungseröffnung 23. August 2020, 14 h

Dauer der Ausstellung 23.08.2020 – 31.12.2021

 

It, 2017 – Epoxidharz, Öl

Die Berliner Kunsthistorikerin Constanze Musterer schrieb zu Feng Lu: “Die große Politik und die kleinen Abmachungen, die großen Religionen und die kleinen Andachten, der große Sex an Crime und die kleinen Begierden, die große Historie und das kleine eigene Leben. Feng Lu lässt kaum ein Thema der Gesellschaft aus und nimmt das menschliche Agieren in den Zerrspiegel seiner bitterbösen Ironie. Witzig und bunt, verspielt und frivol kommt sie in der handwerklichen Perfektion seiner figürlichen Plastiken daher.”

Feng Lu, geb. 1979 in Harbin (China), begann schon als Kind in dem kargen Hinterhof seines Elternhauses humoristische Skulpturen aus Kreide zu formen. Er studierte zunächst Bildhauerei an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und anschließend Bildhauerei und Malerei an der Universität der Künste in Berlin. Dort avancierte er zum Meisterschüler bei Prof. Wolfgang Petrick. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wurde Feng Lu 2019 zum Professor am Sichuan Fine Arts Institut in Chongqing berufen. Dort ist Feng Lu Direktor des Deutschen Innovationszentrums für zeitgenössische Kunst. Feng Lu lebt und arbeitet in seiner Wahlheimat Berlin.