Erinnerungen

Axel Becker – Antonio Esposito – Silvana Landolfi

Vernissage 31.05.2026, 15 h

Ausstellung vom 27.05.-09.06.2026

 

Axel Becker, Sculptur Beginn, 73x53cm, Fiberglas, 2019

 

Axel Becker wurde am 15. Dezember 1965 in Frankfurt/Main geboren. Er hatte als Master-Student bei Prof. Diminic gearbeitet. Als aktiver und anerkannter Künstler und Bildhauer ist Axel Becker seit über 20 Jahren aktiv. Seine Arbeiten werden national und international in Galerien, Museen und Biennalen gezeigt wie in Italien, Kroatien, Slowenien, China, Japan, Schweiz, Monaco, Spanien, Vatikan, Österreich, USA, Großbritannien, Israel, Saudi Arabien, Brasilien, Ungarn und Frankreich. In Italien und Deutschland sind seine Werke in Museumssammlungen vertreten (wie Fondazione Museo Crocetti, Rome, Galerie – Museum Villa Seiz, Schwäbisch Gmünd).

Für seine Werke erhielt Axel Becker eine Vielzahl von Auszeichnungen wie zwei Awards bei der Biennale London 2021, der Biennale Florenz 2021.

Axel Becker ist als Künstler Mitglied im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart und im Badischer Kunstverein in Karlsruhe. Axel Becker entwickelte seine persönliche Handschrift mit meist dreidimensionalen Bildern in mini malistischem Stil. Hiermit möchte er einen wirksamen Kontrast zu der mit Informationen überladenen Welt setzen. Die Bilder holen den Betrachter auf wenige einprägsame Objekte zurück, die den Blick des Betrachters auf das einzelne Kunstwerk fokussieren. Seine Kunst ist ein wirksamer Kontrast zum heutigen „Informations-Overload“. Einfach, klar und künstlerisch anspruchsvoll. Weiterhin er stellt er Skulpturen aus Carbon, Fiberglas, Keramik und Bronze.

 

Antonio Esposito, S. T. M 10 cm 100×100

 

Antonio Esposito ist ein vielseitiger Meister der Kunst, der sich lieber als Handwerker denn als Schöpfer brillanter Gemälde bezeichnet. Angetrieben von einer großen Leidenschaft für die Kunst, die ihn seit seiner Jugend begleitet, und dem ständigen Wunsch zu experimentieren, verbindet er intellektuelle Stärke mit einer lockeren und instinktiven Gestik, mit der er komplexe Themen angeht, die oft mit der existenziellen Dimension verbunden sind. Die Kunst von Antonio Esposito ist lebendig und tiefgründig, sie entsteht nicht aus einem gründlichen Studium der Technik, sondern aus einer spontanen Herangehensweise an die Disziplin und aus einer sich ständig weiterentwickelnden Forschung, durch die der Künstler sich selbst und die Welt um ihn herum entdeckt.

Antonio Esposito experimentiert gerne mit verschiedenen Techniken und Materialien, durch die er eine einzigartige Sensibilität für das auf der Oberfläche der Leinwand aufgetragene Material zum Ausdruck bringt, was zu immer neuen Ergebnissen führt. Sein Malstil wird von Assemblagen und inneren Kräften sowie von Farbe und Helldunkelmodulationen mit strukturellen und geometrischen Spannungen genährt.

Insbesondere die Kugel ist ein Element, das in Espositos Werken häufig wiederkehrt: freie Kugeln, die in der Luft schweben oder umgekehrt in einem empfindlichen Gleichgewicht auf flachen, dünnen und daher prekären Oberflächen platziert sind.

Beim Betrachten seiner Werke ist es ganz natürlich, Fragen zu stellen, über die phänomenale Realität hinauszugehen und sich an Orte zu begeben, an die sich viele nicht wagen können – oder wollen. Daher besteht seine künstlerische Absicht nicht darin, Antworten zu geben, sondern eine tiefgreifende, existenzielle Reflexion anzuregen, motiviert durch das Bedürfnis, das Potenzial des menschlichen Intellekts und ganz allgemein die Lebenskraft, die die gesamte Schöpfung durchdringt, zu erforschen.

Seine Werke sind in zahlreichen Publikationen vertreten und wurden in bedeutenden Ausstellungen präsentiert.

Text: Martina Scavon, Kunsthistorikerin            

 

Silvana Landolfi, UNIVERSO, 2022, 115 cm x 82 cm

 

Silvana Landolfi lebt und arbeitet in Rom. Sie hat das künstlerische Schaffen stets als wichtigste Ausdrucksform der individuellen Freiheit des menschlichen Geistes betrachtet, ein Gefühl, das sie im Laufe der Jahre zur Erforschung und Verbesserung der Technik geführt hat, die ihr künstlerisches Schaffen auszeichnet und unverwechselbar macht

Ausgestattet mit einer starken Persönlichkeit und dank einer besonderen Technik, die aus dem Experimentieren und der Vermischung traditioneller Materialien mit den innovativsten und zeitgenössischsten entstanden ist, orientiert sich Silvana Landolfis Stil an der Welt der geometrischen Abstraktion.

Ausgehend von einem akribischen Entwurf, der über die Fragmentierung von Blickwinkeln bis hin zu einer eleganten Wesentlichkeit der Formen führt, strebt Landolfi nach zeitlichen Harmonien und schafft faszinierende Szenarien, in denen Geometrien die Protagonisten sind. In ihrem künstlerischen Universum treffen Kunst und Handwerk aufeinander und nehmen an einem Dialog teil, der auf Komplizenschaft basiert und aus dem Werke entstehen, die das Ergebnis von Reflexionen über lebenswichtige Faktoren der Existenz wie Zeit und Raum sind: Raumkomposition und Erzählung sind genau die beiden Eckpfeiler, um die sich Landolfis Produktion entwickelt, die sich leicht als eine kontinuierliche Erzählung über den Fluss der Zeit und die emotional-sensorische Dimension definieren lässt.

Landolfis Kunst zweifellos eine Kunst in ständiger Entwicklung ist, die auf neuen Ausdrucksformen und einem beispiellosen Interpretationsansatz basiert, was zur Schaffung einer dynamischen und raffinierten Harmonie führt, die in ihrer Einfachheit äußerst elegant und in ihren Details lebendig ist.

Die Künstlerin hat an zahlreichen bedeutenden Ausstellungen teilgenommen und ihre Werke wurden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht.

Text: Martina Scavone, Kunsthistorikerin

Lichtjahre

Marita G. Weiden

Ausstellung vom 13.-26.05.2026

Marita G. Weiden

1944 geboren in Hückeswagen / Rheinland

1989 – 1992 Studium der Malerei bei G. Graubner und G. Merz an der Kunstakademie Düsseldorf

1973 – 1974 Studium der Malerei bei G. Richter an der Kunstakademie Düsseldorf

Marita G. Weiden zeigt das Universum in seiner unendlichen Ausdehnung und Farbvielfalt. Das Chaos des Universum wird durch die fließenden Farben in allen Schattierungen, Helligkeiten und Formen dargestellt.

Balanceakte – Mensch, System, Gesellschaft

Helge Leiberg – Sigurd Wendland – Jörg Immendorff

Ausstellung verlängert bis 17.06.2026

Die Sonderausstellung „Balanceakte – Mensch, System, Gesellschaft“ vereint drei herausragende künstlerische Positionen: Helge Leiberg, Sigurd Wendland und Jörg Immendorff.
Drei Künstler, drei Blickwinkel – und ein gemeinsames Thema: der Mensch im Spannungsfeld zwischen innerer Welt, gesellschaftlichen Strukturen und politischer Geschichte.

Helge Leiberg zeigt in seinem monumentalen „Codex“-Zyklus die inneren Kräfte, die unser Handeln prägen. In 15 expressiven Gemälden widmet er sich den sieben Todsünden – nicht als moralische Dogmen, sondern als zeitlose Energien, die bis heute wirken. Seine Figuren tanzen, stürzen, kämpfen und ringen um Sinn und Freiheit.

Sigurd Wendland richtet den Blick nach außen. Seine großformatigen Werke beleuchten Macht, Ordnung und kollektive Prozesse. Mit scharfer Beobachtung und kritischem Humor thematisiert er gesellschaftliche Spannungen und die Fragilität von Systemen.

Jörg Immendorff schließlich führt beide Ebenen zusammen und erweitert sie um die politische Dimension. Mit der Serie „Langer Marsch auf Adler“ reagiert er auf die Zeit der deutschen Wiedervereinigung. In kraftvollen, vielschichtigen Bildern verbindet er historische Symbole, persönliche Erzählungen und politische Satire.

Gemeinsam entsteht ein Panorama des Menschseins – ein Balanceakt zwischen Innenwelt, Gemeinschaft und Geschichte. Die Ausstellung lädt dazu ein, über Verantwortung, Freiheit und Zusammenleben nachzudenken – Themen, die heute aktueller sind denn je.

Sieben Wirbel

Installation von Mikos Meininger

Dauer der Installation verlängert bis 30.06.2026

Ohne Wirbelsäule keine Haltung, keine Mitte, keine Bewegung. Die sieben Halswirbel, die bis auf ganz wenige Ausnahmen jedes Säugetier hat, von der Spitzmaus bis zum Wal, sind sogar besonders beweglich, schließlich sitzt oben auf das Kopfgelenk. Die ganze Wirbel-Säule, dieses empfindliche und doch starke Konstrukt, schützt zudem das innenliegende empfindliche Nervenbündel.

Hin und wieder ärgern wir uns dennoch über unsere Wirbelsäule, wenn dort was klemmt. Und auch wenn wir nie auch nur einen unserer 33 Wirbel zu Gesicht kriegen, würden wir trotzdem diese besondere Form immer erkennen.
Mikos Meiningers „Sieben Wirbel“ – ab dem 3. Oktober am Rosenhang Museum in Weilburg an der Lahn zu sehen – hat ihren Ursprung aber gar nicht beim Menschen, son-dern beim Wal.

Das größte lebende Säugetier der Erde hat, je nach Art, fast dreimal so viele Wirbel wie der Mensch. Und größer sowieso. Die „Sieben Wirbel“ dieser Installation, deren Vorlage der Wirbel eines Wals war, sind nochmal bewusst deutlich vergrößert, um den Bezug zu nichts oder allem, was eine Wirbelsäule hat, zuzulassen. In Beton gegossen und zusammenstehend bilden diese Sieben eine Installation, die demütig macht: Sie stellt sich einem in den Weg, unverrückbar, fest verbunden mit der Erde, ein Relikt, das vom Sein und vom Verschwinden erzählt. Der Mensch ist klein neben ihr.

Und doch kommt man den einzelnen Wirbeln, diesen einzigartigen Bausteinen des Lebens, hier plötzlich sehr nah. Struktur und Farbe des Betons ähneln der eines Knochens, laden aber dennoch ein zum Berühren, Abtasten oder Streicheln. Eine kuriose Anziehungskraft geht von ihnen aus – es sind fossile Schönheiten in einer über Millionen Jahre erprobten, zeitlosen Form, die sich hier niedergelassen haben und ihren Platz nicht aufgeben wollen. Jeder einzelne Wirbel dokumentiert hier in seiner Singularität das Wunder einer perfekten evolutionären Form. Als Gruppe entsteht etwas Neues, etwas Wesenhaftes in ihnen, das betroffen macht und uns mit einer subtilen Bestimmtheit anspricht, die tiefes Grollen in sich zu tragen scheint. Wer kann sagen, wann das Leben endet? Wer darf entscheiden, wo wessen Platz ist, wer kommen darf, wer gehen muss?

Aber wer weiß, vielleicht wird sich diese Formation gleich wie ein riesiges Fluggerät erheben und entschweben? Schließlich erinnert die Ausformung der Enden jedes Wirbels irgendwie an die Form von Flügeln oder Rotoren, ein technisches Ding, das sich selbst über sein vermeintliches Ende hinwegzusetzen vermag.

Die Installation besteht aus sieben aus Beton gegossenen Formen, jeweils 2,2 Tonnen schwer und etwa drei Meter im Durchmesser. Aufgereiht in einem Bett aus Flusskieseln nehmen sie etwa 24mal fünf Meter Platz ein. Sechs Wirbel stehen in unterschiedlichen Positionen und Neigungen, einer liegt auf der Seite. Durch diese Anordnung entsteht die Vorstellung eines gestrandeten, ganzen Wesens. Geplant ist es, eine solche siebenteilige Installation auf jedem Kontinent der Erde zu realisieren.

Zudem werden auf jedem Kontinent drei einzelne, alleinstehende Wirbel verortet. Für eine ehrfurchtsvolle Hommage an die Geschichte der Erde und ihrer Bewohner, verbunden mit einer Einladung – vielleicht sogar nachdrücklichen Aufforderung, das eigene Sein, das Mensch-Sein mit einem Rückgrat, das auch wir nur von der Evolution geerbt haben, zu überdenken, manches vielleicht auch zu überprüfen oder in Frage zu stellen. Der Wal, von dem der eine Ursprungswirbel stammt – er ist uns fern und nah zugleich. Er spricht uns Menschen hier und jetzt direkt an. (Steffi Pyanoe)

Zur Installation:

„Sieben Wirbel“ wird für zwei Jahre am Rosenhang Museum in Weilburg an der Lahn zu sehen sein. Feierliche Einweihung ist am 3. Oktober um 14 Uhr.

Im Rosenhang Museum wird zudem bis 11. Oktober die Ausstellung „studio3mobile. malerei, grafik, skulptur, installation, künstlerbücher“ von Mikos Meininger gezeigt. Die temporäre Nutzung von Räumen zu diesem Zweck ist eher der Normalfall für Künstler – Mikos Meininger hat sich deshalb nicht für die Konzeption einer Ausstellung, sondern für die Nutzung als „Atelier / Studio“ im eigentlichen Sinne entschieden.

Die Zeit zum Arbeiten zu nutzen erscheint sinnvoll. Es gibt viel zu sehen, der Besucher wird zum Entdecker. Eine ähnliche Situation hat er in seinem Atelier im Kunsthaus sans titre in Potsdam. Sein zweites Atelier befindet sich im Spreewald und bleibt der Kreativität und dem Schaffen vorbehalten. Fernab findet er hier Ruhe und Kraft für die großen Bilder, Skulpturen oder Installationen.

Zum Künstler:

Mikos Meininger wurde 1963 im thüringischen Jena geboren. Dort erlernte er von1984 bis 1986 den Beruf des Schrift- und Grafikmalers. Danach zog er nach Ost-Berlin und begann 1987 im subkulturellen Künstlerkreis um Maximilian Barck mitzuarbeiten. Charakteristisch war für den Kreis das Künstlerbuch. In kleinen Auflagen produziert, bot es in der DDR als nicht „lizenzpflichtig“ künstlerische Freiräume. Beteiligt waren unter anderem Autoren und bildende Künstler wie der Maler Lothar Böhme oder Durs Grünbein.
Im Jahr 1989 begann Meininger ein Studium des Fachs Grafikdesign an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin. Sein wichtigster Lehrer und guter Freund wurde der Fotograf Manfred Paul. Nach der erfolgreichen Gruppenausstellung „Junge Kunst aus Berlin Ost“ der Kölner Autoren Galerie Kostka in Paris im April 1990 verließ Meininger die Fachhochschule, um als freischaffender Maler und Grafiker in Berlin zu arbeiten. Meiningers Werk umfasst Druckgrafik, ungegenständliche Malerei und figurbetonte Plastik, vorwiegend im Bronzeguss. Seit 2006 lebt und arbeitet Meininger in Potsdam, wo er 2009 gemeinsam mit dem Bildhauer und Musiker der Band Sandow, Chris Hinze, das Kunsthaus sanstitre gründete. Dort befindet sich auch sein Atelier. Website des Künstlers: mikosmeininger.jimdofree.com/

BANKSY ART LAB

(dauerhaft installierter urbaner Kunstkäfig)

 

Banksy‘s Kapitalismus Kritik, seine Konsum Missbilligungen, sein Kampf um Gerechtigkeit und Frieden und um die Verteilung der Ressourcen nehmen eine zentrale Rolle in der Forschungsarbeit ein. Doch genauso intensiv wird die widersprüchliche Vermarktungsstrategie um seine Kunst einem analytischen Urteil unterzogen. 

Banksy’s Botschaften erreichen durch den medialen Hype enorme Reichweite. Street Art findet immer mehr museale Beachtung. Ein großer Verdienst, der ihm zweifelsfrei zugeschrieben werden kann. Doch Banksy selbst wurde bisher, bis auf wenige Ausnahmen, museal kaum gewürdigt. Dem wird jetzt abgeholfen, das BANKSY ART LAB, einzigartig in seiner Einrichtung, wird sich fortan intensiv mit dem Werk und der Figur der Street Art Ikone auseinandersetzen. Die Ergebnisse werden in einer permanenten Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.