denkZeichen

Reiner Coura

Ausstellungsdauer 14.-28.07.2019

 

Ein Totalwerk aus Natur, Technik und Gesellschaft zeigt der Künstler Reiner Coura zum ersten Mal als Symbiose. Dem Leben und seiner Vergänglichkeit auf der Spur bleiben seine Skulpturen, Materialbildnisse und Zeichnungen erzählerisch, versteckt provokativ und ironisch zugleich.

Couras Bildsprache akkreditiert keine modische Allgefälligkeit, sondern ist eine mit Kraft gedachte Malerei ‘mit allen Mitteln’. Sein Werk ist wie ein herausforderndes Vergnügen mit Inhalt: üppig bestückt, überaus sinnlich und manchmal tonnenschwer. Bildträger und -material sind Fundstücke und Relikte aus verschiedenen Zeiten mit den erzählenden Attributen der Vergänglichkeit im Kontext mit der Gegenwart und Zukunft. Ein Erzähler, ein Mahner, ein Träumer, ein Erfinder und Revolutionär zugleich: Reiner Coura interessiert nicht das figürliche oder abstrakte Abbild, sondern das Schaffen neuer Körper durch Verwerten und Zusammenfügen verschiedener Elemente. Die Arbeiten sind ganz heute, brechen eine Atmosphäre der Zufriedenheit und zeigen gleichzeitig in ihrer Kommunikationsform menschliche Wärme, spielerische Leichtigkeit kombiniert mit interpretationsfreudiger Tiefe.

(Text: Lang-Schilling)

REALITÄT IST HEILBAR

Thomas Kleemann

Ausstellungsdauer 30.06.-22.09.2019

Thomas Kleemanngebürtiger Schleswig-Holsteiner, studierte ab 1975 an der Universität der Künste in Berlin Malerei bei Johannes Geccelli und Kunstpädagogik. Nach Ernennung zum Meisterschüler 1981 sowie dem 1. u. 2. Staatsexamen folgten Stipendien wie das Casa Baldi Stipendium der schleswig-holsteinischen Landesregierung in Olevano Romano, Italien oder das Karl-Hofer-Stipendium, Berlin.

Seit 1985 ist Kleemann freischaffend. Er lebt und arbeitet in Berlin und Melz/Müritz.

In fast 100 Ausstellungen wurden Kleemanns Werke in Museen, Kunstvereinen, Galerien und auf Messen gezeigt.

Arbeiten befinden sich in  öffentlichen, Firmen- und privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Thomas Kleemann zeigt in seiner Malerei, die originäre malerische Fähigkeit, abstrakte Bildgefüge im Malprozess zu imaginiertem Realen zu verdichten. Diese Transformation lässt  pastose, reliefartige Werke entstehen, die der Wirklichkeit Referenz erweisen, ohne dabei ihr ureigenes Bildsein zu verlieren.

Das Erste, was beim Betrachten von Kleemanns großformatigen Werken ins Auge fällt, ist ein breiter, schraffurhafter Pinselstrich, bestehend aus satter weißer Binderfarbmasse und überkront mit Siliziumcarbid. Strukturen, Kerbungen, Reliefs mit allen Schattierungen der Weißgrau-Skala lassen vermuten, erkennen, verwerfen, wandeln und neu erkennen. Kurzum Kleemann ist ein Malerarchitekt, der eine dreidimensionale Räumlichkeit in der Fläche des Bildträgers zu schaffen vermag.

Die wunderbare Welt der Farben

Peter Max – Romero Britto – Itzchak Tarkay

07.03.2019 – 30.06.2019

Der US-amerikanische Pop-Art-Künstler Peter Max ist deutsch-jüdischer Herkunft. In Berlin am 19.10.1937 geboren, flüchteten seine Eltern mit ihm vor dem Nationalsozialismus nach China, wo er in Shanghai aufwuchs. Max wurde an der New Yorker Art Students League, dem Pratt Institute und der School of Visual Arts ausgebildet. Er ist bekannt für seine farbenfrohen, psychedelischen Werke, die das Bild der 1960er Jahre und der Gegenkultur der Vereinigten Staaten prägten. Max verwendet häufig ein breites Spektrum an Farben und Mustern. Obwohl er sich als Neoexpressionist versteht, ist seine Arbeit auch stark mit der Pop-Art-Bewegung der Nachkriegszeit verwandt.

Politisch engagiert und dem Umweltschutz zugetan, hat Max in den 1980er und 1990er Jahren Projekte für amerikanische Präsidenten verwirklicht – darunter ein Gemälde, um die Unterzeichnung eines Friedensvertrags zu würdigen. Außerdem schuf Max Poster für Musikveranstaltungen wie die Grammy-Verleihung 1989 und für die Fußball-Weltmeisterschaft, die 1994 in den Vereinigten Staaten stattfand. Max lebt und arbeitet weiter in New York.

Der brasilianische Maler, Bildhauer und Neo-Pop-Art-Künstler Romero Britto wurde am 06.10.1963 in Recife geboren. Seit 1987 lebt und arbeitet er in Miami. Britto ist bekannt für seine bunten Bilder und Skulpturen. Mit seiner neuartigen Ausdrucksweise reflektiert er seine optimistische positive Einstellung gegenüber dem Leben. Hierbei lässt er sich von alten und modernen Meistern beeinflussen. Vor allem die Kunst der Künstler Henri Matisse und Pablo Picasso, die Romero Britto 1983 auf einer Reise nach Paris entdeckte, beeinflusste ihn in seiner Malweise. In seinen farbenfrohen Illustrationen und Skulpturen kombiniert Britto Elemente aus dem Kubismus, der Pop-Art und dem Graffiti.

Seinen Durchbruch erlangte Britto mit einer Werbekampagne für Absolut Vodka, an der auch Andy Warhol, Keith Haring und Ed Ruscha beteiligt waren. Es folgten weitere Werbeaufträge und Kooperationen mit Pepsi, Volvo, Disney, der FIFA und anderen Firmen und Organisationen. Kunstwerke Brittos werden weltweit auf großen Ausstellungen gezeigt.

Itzchak Tarkay wurde 1935 in Jugoslawien geboren. 1949 emigrierte seine Familie nach Israel. Dort studierte er am Avni Institute of Art and Design in Tel Aviv. Am 03.06.2012 starb Tarkay in Detroit.

Bekannt wurde Itzchak Tarkay für seine Portraits von eleganten Frauen im Stil des Postimpressionismus. Beeinflusst von Henri Matisse und Henri de Toulouse- Lautrec, sorgen Tarkays ausdrucksstarke, gleichwohl delikate Pinselführung und Farben für eine traumartige, fantastische Qualität seiner Gemälde. Seine weltweite Anerkennung erlangte er 1986 auf der internationalen Art-Expo in New York.