SUITE – UNSERER LIEBEN FRAU

Prof. Dieter Rehm

Vernissage 07.10.2018 14 Uhr

der Künstler ist anwesend

Stadtansichten haben in Dresden eine lange Tradition. Einen ganz eigenen Blick auf Elbflorenz verewigte Prof. Dieter Rehm 2013 in seinem umfassenden fotografischen Werk „Dresden Suite“.

2018 widmet das Rosenhang Museum nun der Teilserie „Frauenkirche“ unter dem Titel „Suite – Unserer Lieben Frau“ eine Einzelausstellung.

Mit einer hochauflösenden Hasselblatt-Digitalkamera und Langzeitbelichtung entstanden vor nun mehr 5 Jahren im Zeitraum von vier Tagen beeindruckende Bilder bekannter Dresdner Sehenswürdigkeiten – darunter das mit Farbspielen unerwartet und neu interpretierte Motiv der Frauenkirche – die dann mittels Direktdruck auf Acrylglas übertragen wurden

Das Unwirkliche der Wirklichkeit zu zeigen und dabei nichts zu erfinden, darauf legt Dieter Rehm großen Wert. Dabei spielt er so geschickt mit Tonwerten und Farben, dass ein Vexierspiel zwischen positiver und negativer Bildwahrnehmung entsteht. Dennoch: So oszillierend und überbordend, so aufgeladen und übersteuert die oft phantastischen Bilder auf den Betrachter wirken, so dokumentarisch sind sie aufgenommen. Nichts ist hier montiert oder collagiert. Nichts wurde nachträglich am Computer hinzugefügt oder weggenommen. Alle Motive haben einen realen Bezug, sind Dokumente des Hier und Jetzt.

„Ich lasse mich immer wieder faszinieren von geschichtsträchtigen Orten“, sagt Dieter Rehm, Präsident der Akademie der Bildenden Künste in München. Vor der Begegnung mit dem späteren Bildgegenstand existieren kein Wollen und kein Suchen. Vielmehr spielt hier der Zufall als ein Moment der Überwältigung von einem eigentlich bekannten Motiv, das sich zu einer bestimmten Zeit in einer besonderen räumlichen und farblichen Präsenz dem Künstler offenbart, eine zentrale Rolle. Die Zufälligkeit der Wahrnehmung, oder wie Dieter Rehm es nennt – die Realität als unvorhergesehenes Ereignis, ist somit die Grundlage der an sie anschließenden, klar strukturierten technischen und künstlerischen Umsetzung.

Durch die Eliminierung der Intention zu Beginn des künstlerischen Hervorbringungsprozesses schwindet auch die reine Subjektivität aus dem Werk und lässt den Betrachter so in eine von Stimmungen getragene Bildwelt eintauchen. In gewisser Weise erinnert Dieter Rehms konzentrierter Blick auf Licht- und Farbwerte und seine stringente Bildkomposition an avantgardistische Musiktheorien, bei der der Künstler als Subjekt zu Gunsten nicht etwa eines autonomen Kunstgegenstands, wohl aber dem Erfahren des Sphärischen weicht.

Nicht die Empfindungen des Künstlers und die Umsetzung seiner Wahrnehmung der Welt stehen hier im Mittelpunkt. Ebenso wenig geht es um die fotografische Dokumentation von Kulturgeschichte oder die Auseinandersetzung mit kirchlicher Kunsthistorie. Vielmehr spiegelt sich in Dieter Rehms Fotoarbeiten eine Herangehensweise an Kunst wieder, die durch die Verbindung von Zufall und der inneren Notwendigkeit jedes Details seines Werks, – ähnlich wie in der Musik – durch die Freiheit der Übersteuerung, Wiederholung und Verschiebung die Unwirklichkeit des Realen erfahrbar macht.

DIMENSIONEN

Barbara Ullmann

Vernissage 07.10.2018, 15 Uhr

die Künstlerin ist anwesend

Wuchtige Kerben verschmelzen mit feinen filigranen Schnitten. Das Feine und Grobe lässt in seiner Polarität eine Wechselwirkung entstehen, das die Schwere und Starrheit des Materials aufbricht. Brachial in der Entstehung und meditativ in der Wirkung.

Barbara Ullmann studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Sean Scully. Sie bearbeitet Holz mit der Flex, bis aus der Fläche ein dreidimensionales Gebilde voller Dynamik und Ruhe entsteht.

„Jeder Schnitt schreit und befreit, bis eine andere Dimension erreicht ist“ so die Künstlerin.

In jedem Werkzyklus geht Ullmann essentiellen Fragen auf den Grund.

Das Rosenhang Museum zeigt Werke aus dem Zyklus „Katharsis“.

Entstanden ist der Zyklus nach dem Tod ihrer Mutter und stellt Fragen zu Leben und Tod. Fragen nach der Seele und deren fortbestehen, sowie den Spuren des Lebens, in der Seele gespeichert.

Des Weiteren werden Werke aus dem aktuellen Zyklus „Weltenbrausen“ gezeigt, der dem Zerbrechen des bestehenden Weltgefüges nachspürt. Dem weltweiten Schwinden von Moral. Patriotismus und Nationalismus werden wieder salonfähig. Ein Ringen und Winden im Makrokosmos.

„Aber jeder Schatten ist im Letzten doch auch Kind des Lichts, und nur wer Helles und Dunkles, Krieg und Frieden, Aufstieg und Niedergang erfahren, nur der hat wahrhaft gelebt.“ Stefan Zweig

A WIE ANDERS SEIN – WAS FÜR TYPEN!

Ute Wengenroth

Vernissage 23.09.2018, 14 Uhr

Aus zahlreichen verschiedenen Facetten besteht der Mensch, so viele Eigenschaften hat er, strebt er an oder will sie (weil unliebsam) am liebsten loswerden. Oftmals wünschen wir auch unseren Mitmenschen gewisse Eigenschaften und Gemütszustände.

Wir sprechen da sicher über deutlich mehr als über 26 Charakteristika, also weitaus mehr als das Alphabet Buchstaben hat. In ihrer Werkgruppe „A wie anders sein“ hat Ute Wengenroth nun mit diesen „Typen“ (im wahrsten Sinne des Wortes), also mit den Buchstaben und mit ihren Eigenschaften bzw. -arten gespielt. 

„In jeder meinen Darstellungen findet sich an irgendeiner Stelle mehr oder weniger auffällig der Buchstabe als symbolischer Träger des jeweiligen Charakteristikums wieder“, erläutert die Limburger Künstlerin ihre neue Serie. 

„Ein Gang durch die Ausstellung soll eine Einladung sein, sich über unsere ureigene menschliche ‚Art‘ Gedanken zu machen, über unsere Lebensmotive, Schattenseiten, Stärken und Hoffnungen. Und natürlich auch über unsere Wünsche an uns und für die anderen – personalisiert mit den jeweiligen Schrift-Typen. Sie erinnern uns daran, dass auch wir Menschen alle ‚echte Typen‘ sind – jeder mit seiner ganz eigenen Eigenschaftskombination.

Für mich hat sich beim Buchstaben ‚M‘ zum Beispiel ‚mutig‘ aufgedrängt.  Ich verspürte Lust, das ‚M‘ mit Courage aufzuladen und auf diese Art zu zeigen. Ich freue mich aber genauso über Betrachter, die im ‚M‘ ‚mucksmäuschenstill‘, ‚meisterhaft‘ oder was auch immer sehen.“ 

Die Bilder sollen zum Nachdenken darüber bringen, wie wir sind, wie wir sein wollen und vor allem welche Eigenschaften wir unseren Mitmenschen wünschen und schenken wollen. Vielleicht „E“ wie „entspannt sein“ oder „o“ wie „offen“? 

Ute Wengenroths Bilder sind eine spielerische Einladung zur Selbstbefragung und lenken die Aufmerksamkeit auf unsere Nächsten.