“Tiefe Wasser”

Matthias Meyer – ab 21.01.2018

Stark verdünnte Ölfarbe und Lösungsmittel, zufällige Farbverläufe, Verwischungen und Überlagerungen: Ein subjektives Abbild von Wasser zu schaffen, ist Ziel des Künstlers Matthias Meyer. Die Ausstellung „Tiefe Wasser“ des Meisterschülers von Gerhard Richter ist im Rosenhang Museum in Weilburg zu sehen. Ausstellungseröffnung war am 21. Januar 2018 um 14 Uhr in der ehemaligen Brauerei.
Der Künstler hat im Weilburger Kunstmuseum die Einzelpräsentation zur Eröffnung erläutert. Dabei sind großformatige Ölgemälde zu sehen, die Wasser in all seinen natürlichen Erscheinungsformen zeigen. Die Journalistin Dr. Brigit Sonna hat die Eröffnung moderiert.
„Tiefe Wasser“ sollen auch tief blicken lassen – mit dem Thema widmet sich der 1969 in Göttingen geborene Meyer einem symbolträchtigen Element. Es prägt die Natur-, Menschheits- und Kulturgeschichte, es reinigt und spült fort. Der Richter-Schüler Meyer nutzt Wasser als Thema einer ästhetisch und diskursiv vielschichtigen Malerei, die das eigentliche Motiv zugunsten der Auseinandersetzung mit dem Wesen des Wassers nahezu verschwinden lässt.
Seen und Flusslandschaften werden auf der Leinwand zur Spielwiese und Projektionsfläche für den Künstler in seiner Auseinandersetzung mit seinem Thema. Dabei experimentiert Meyer mit dem Material, er arbeitet mit verdünnter Ölfarbe, Verläufen, Verwischungen und Überlagerungen. Die Fotografie ist Vorlage für seine Gemälde, die Ausfertigung entsteht jedoch davon losgelöst in einem improvisierenden Duktus. Die so entstehenden Wasserlandschaften werden zum Spiegel des unterbewussten Kunstschaffenden und ermöglichen dem Betrachter einen Zugang zu traumartigen Welten. Diese Abkehr vom Figurativen und von der geometrischen Abstraktion mündet in ein Prinzip der Formlosigkeit, in dem die Farbe autonom eingesetzt wird.

“Welcome in Germany”

Sabina Sakoh – ab 19.12.2017

 

Aufbruch, Freiheit und Demokratie sind die künstlerischen Themen der 1968 in München geborenen Malerin Sabina Sakoh. Sie orientiert sich stilistisch an den alten Meistern und überträgt sie thematisch in die heutige Zeit. So lassen sich in ihren Werken manieristische und barocke Elemente erkennen, sowie auch eine Orientierung an der Malerei des 19. Jahrhunderts. In opulenten Szenen mit emotionaler Farbigkeit und surreal aufgelösten Raumsituationen thematisiert sie die Verteidigung demokratischer Werte. In ihrer Serie „The Raft“ (zu dt. das Floß) nimmt sie Bezug auf die Epoche der Französischen Revolution, in der die ersten Grundrechte entstanden. In dieser Zeit malte auch Theodore Gericault sein „Floß der Medusa“, ausgesetzte Menschen auf hoher stürmischer See, die ums Überleben kämpfen. Dieses Werk hat Sabina Sakoh inspiriert. Einige der Dargestellten tragen die Phrygische Mütze, die während der französischen Revolution getragen wurde. Immer wieder ist die deutsche Flagge zu finden und auch der deutsche Adler dargestellt als Zentaur, ein mythologisches Mischwesen, halb Mensch halb Tier. Ihr energischer Bildaufbau und die unkontrollierbar kraftvoll wirkende Szenerie symbolisiert für sie die Demokratie. Sie falle allerdings nicht vom Himmel, (Sabina Sakoh), sie sei hart erarbeitet und erfordere ein hohes Bewusstsein. Die Bilder besitzen eine thematische Aktualität, die durch derzeitige politische Entwicklungen immer wieder bestätigt wird.

“So long, Daphne”

Helge Leiberg – ab 19.12.2017

 

Helge Leiberg widmet sich auch in seiner neuen Bronzeserie den klassischen Themen. Seine Bronzefiguren legen den Fokus auf den Menschen – und nichts als den Menschen – und zeigen am liebsten transitorische Zustände, einen signifikanten Augenblick inmitten der Bewegung. Menschliche Figuren mit überlangen Gliedmaßen, die Ausdrucksmittel einer expressiven Gestaltung sind, werden zu Metaphern der Bewegung und des Tanzes.

“Estavillo – höchstpersönlich”

Oliver Estavillo – ab 19.12.2017

 

Der bekannte, 1964 geborene deutsch – amerikanische Maler Oliver Estavillo lässt uns mit seinen singulären, in aufwändiger, detailreicher Ölmalerei gefertigten großformatigen Tableaus in die schillernden Abgründe des menschlichen Miteinanders blicken.
Denn dort, unter der oftmals sehr dünnen Kruste der Kultur, findet er seine Themen, die er uns, nicht ohne eine gehörige Prise tiefschwarzen Humors, mit schonungslosem Blick präsentiert.
Bildtitel wie “ Hai – Society“, “ Bankerverbrennung“ oder “ Botoxelfen“ sprechen hier eine deutliche Sprache, und die Kritik nennt ihn den “ Pop – Brueghel “ oder jüngst auch den “Tarantino der Malerei“.
Dr. Heinrich Hellmuth schreibt im Katalog zu Estavillos Ausstellung “Hai – Society “
im Vonderau Museum Fulda : “ Der Stil Oliver Estavillos ist unverwechselbar, eigenständig und individuell. So gelingt es ihm, ein originäres, kohärentes Werk zu schaffen, das er unbeirrt, konsequent und stetig erweitert zu einer umfassenden Comédie Humaine unserer Zeit “.
Dr. Ruprecht Volz konstatiert im Münchner Kunstjournal ‘UND’, dass “der Maler Oliver Estavillo mit der Kettensäge seiner Malerei im Unterholz der Gesellschaft für Durchblick sorgt … und bei seinen Figuren durch deren ayurveda – gepflegte Samthaut das Wolfsfell durchbricht“.