Die wunderbare Welt der Farben

Peter Max – Romero Britto – Itzchak Tarkay

Ausstellungseröffnung 27.01.2019, 14 Uhr im Atelier I des Rosenhang Museums

Der US-amerikanische Pop-Art-Künstler Peter Max ist deutsch-jüdischer Herkunft. In Berlin am 19.10.1937 geboren, flüchteten seine Eltern mit ihm vor dem Nationalsozialismus nach China, wo er in Shanghai aufwuchs. Max wurde an der New Yorker Art Students League, dem Pratt Institute und der School of Visual Arts ausgebildet. Er ist bekannt für seine farbenfrohen, psychedelischen Werke, die das Bild der 1960er Jahre und der Gegenkultur der Vereinigten Staaten prägten. Max verwendet häufig ein breites Spektrum an Farben und Mustern. Obwohl er sich als Neoexpressionist versteht, ist seine Arbeit auch stark mit der Pop-Art-Bewegung der Nachkriegszeit verwandt.

Politisch engagiert und dem Umweltschutz zugetan, hat Max in den 1980er und 1990er Jahren Projekte für amerikanische Präsidenten verwirklicht – darunter ein Gemälde, um die Unterzeichnung eines Friedensvertrags zu würdigen. Außerdem schuf Max Poster für Musikveranstaltungen wie die Grammy-Verleihung 1989 und für die Fußball-Weltmeisterschaft, die 1994 in den Vereinigten Staaten stattfand. Max lebt und arbeitet weiter in New York.

Der brasilianische Maler, Bildhauer und Neo-Pop-Art-Künstler Romero Britto wurde am 06.10.1963 in Recife geboren. Seit 1987 lebt und arbeitet er in Miami. Britto ist bekannt für seine bunten Bilder und Skulpturen. Mit seiner neuartigen Ausdrucksweise reflektiert er seine optimistische positive Einstellung gegenüber dem Leben. Hierbei lässt er sich von alten und modernen Meistern beeinflussen. Vor allem die Kunst der Künstler Henri Matisse und Pablo Picasso, die Romero Britto 1983 auf einer Reise nach Paris entdeckte, beeinflusste ihn in seiner Malweise. In seinen farbenfrohen Illustrationen und Skulpturen kombiniert Britto Elemente aus dem Kubismus, der Pop-Art und dem Graffiti.

Seinen Durchbruch erlangte Britto mit einer Werbekampagne für Absolut Vodka, an der auch Andy Warhol, Keith Haring und Ed Ruscha beteiligt waren. Es folgten weitere Werbeaufträge und Kooperationen mit Pepsi, Volvo, Disney, der FIFA und anderen Firmen und Organisationen. Kunstwerke Brittos werden weltweit auf großen Ausstellungen gezeigt.

Itzchak Tarkay wurde 1935 in Jugoslawien geboren. 1949 emigrierte seine Familie nach Israel. Dort studierte er am Avni Institute of Art and Design in Tel Aviv. Am 03.06.2012 starb Tarkay in Detroit.

Bekannt wurde Itzchak Tarkay für seine Portraits von eleganten Frauen im Stil des Postimpressionismus. Beeinflusst von Henri Matisse und Henri de Toulouse- Lautrec, sorgen Tarkays ausdrucksstarke, gleichwohl delikate Pinselführung und Farben für eine traumartige, fantastische Qualität seiner Gemälde. Seine weltweite Anerkennung erlangte er 1986 auf der internationalen Art-Expo in New York.

SUITE – UNSERER LIEBEN FRAU

Prof. Dieter Rehm

Stadtansichten haben in Dresden eine lange Tradition. Einen ganz eigenen Blick auf Elbflorenz verewigte Prof. Dieter Rehm 2013 in seinem umfassenden fotografischen Werk „Dresden Suite“.

2018 widmet das Rosenhang Museum nun der Teilserie „Frauenkirche“ unter dem Titel „Suite – Unserer Lieben Frau“ eine Einzelausstellung.

Mit einer hochauflösenden Hasselblatt-Digitalkamera und Langzeitbelichtung entstanden vor nun mehr 5 Jahren im Zeitraum von vier Tagen beeindruckende Bilder bekannter Dresdner Sehenswürdigkeiten – darunter das mit Farbspielen unerwartet und neu interpretierte Motiv der Frauenkirche – die dann mittels Direktdruck auf Acrylglas übertragen wurden

Das Unwirkliche der Wirklichkeit zu zeigen und dabei nichts zu erfinden, darauf legt Dieter Rehm großen Wert. Dabei spielt er so geschickt mit Tonwerten und Farben, dass ein Vexierspiel zwischen positiver und negativer Bildwahrnehmung entsteht. Dennoch: So oszillierend und überbordend, so aufgeladen und übersteuert die oft phantastischen Bilder auf den Betrachter wirken, so dokumentarisch sind sie aufgenommen. Nichts ist hier montiert oder collagiert. Nichts wurde nachträglich am Computer hinzugefügt oder weggenommen. Alle Motive haben einen realen Bezug, sind Dokumente des Hier und Jetzt.

„Ich lasse mich immer wieder faszinieren von geschichtsträchtigen Orten“, sagt Dieter Rehm, Präsident der Akademie der Bildenden Künste in München. Vor der Begegnung mit dem späteren Bildgegenstand existieren kein Wollen und kein Suchen. Vielmehr spielt hier der Zufall als ein Moment der Überwältigung von einem eigentlich bekannten Motiv, das sich zu einer bestimmten Zeit in einer besonderen räumlichen und farblichen Präsenz dem Künstler offenbart, eine zentrale Rolle. Die Zufälligkeit der Wahrnehmung, oder wie Dieter Rehm es nennt – die Realität als unvorhergesehenes Ereignis, ist somit die Grundlage der an sie anschließenden, klar strukturierten technischen und künstlerischen Umsetzung.

Durch die Eliminierung der Intention zu Beginn des künstlerischen Hervorbringungsprozesses schwindet auch die reine Subjektivität aus dem Werk und lässt den Betrachter so in eine von Stimmungen getragene Bildwelt eintauchen. In gewisser Weise erinnert Dieter Rehms konzentrierter Blick auf Licht- und Farbwerte und seine stringente Bildkomposition an avantgardistische Musiktheorien, bei der der Künstler als Subjekt zu Gunsten nicht etwa eines autonomen Kunstgegenstands, wohl aber dem Erfahren des Sphärischen weicht.

Nicht die Empfindungen des Künstlers und die Umsetzung seiner Wahrnehmung der Welt stehen hier im Mittelpunkt. Ebenso wenig geht es um die fotografische Dokumentation von Kulturgeschichte oder die Auseinandersetzung mit kirchlicher Kunsthistorie. Vielmehr spiegelt sich in Dieter Rehms Fotoarbeiten eine Herangehensweise an Kunst wieder, die durch die Verbindung von Zufall und der inneren Notwendigkeit jedes Details seines Werks, – ähnlich wie in der Musik – durch die Freiheit der Übersteuerung, Wiederholung und Verschiebung die Unwirklichkeit des Realen erfahrbar macht.

DIMENSIONEN

Barbara Ullmann

Wuchtige Kerben verschmelzen mit feinen filigranen Schnitten. Das Feine und Grobe lässt in seiner Polarität eine Wechselwirkung entstehen, das die Schwere und Starrheit des Materials aufbricht. Brachial in der Entstehung und meditativ in der Wirkung.

Barbara Ullmann studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Sean Scully. Sie bearbeitet Holz mit der Flex, bis aus der Fläche ein dreidimensionales Gebilde voller Dynamik und Ruhe entsteht.

„Jeder Schnitt schreit und befreit, bis eine andere Dimension erreicht ist“ so die Künstlerin.

In jedem Werkzyklus geht Ullmann essentiellen Fragen auf den Grund.

Das Rosenhang Museum zeigt Werke aus dem Zyklus „Katharsis“.

Entstanden ist der Zyklus nach dem Tod ihrer Mutter und stellt Fragen zu Leben und Tod. Fragen nach der Seele und deren fortbestehen, sowie den Spuren des Lebens, in der Seele gespeichert.

Des Weiteren werden Werke aus dem aktuellen Zyklus „Weltenbrausen“ gezeigt, der dem Zerbrechen des bestehenden Weltgefüges nachspürt. Dem weltweiten Schwinden von Moral. Patriotismus und Nationalismus werden wieder salonfähig. Ein Ringen und Winden im Makrokosmos.

„Aber jeder Schatten ist im Letzten doch auch Kind des Lichts, und nur wer Helles und Dunkles, Krieg und Frieden, Aufstieg und Niedergang erfahren, nur der hat wahrhaft gelebt.“ Stefan Zweig