reale lichtmomente

Elisabeth Tatenberg

Finissage, 23. Februar 2020, 14 h

Zur Finissage wird Christian von Richthofen eine rhythmische Introduktion zu den Bildern präsentieren

Dauer der Ausstellung 26.01.- 23.02.2020

Elisabeth Tatenberg, geb. 1953 in Hamburg hat von 1972-1976 an der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften Gestaltung studiert und als Diplom Grafik-Designer abgeschlossen.  Zahlreiche Stipendien und Auslandsaufenthalte zu Studienzwecken haben ihre freie Malerei geprägt.

Mit den Arbeiten ihrer letzten Schaffensphase ist Elisabeth Tatenberg im Verlauf einer konsequenten Entwicklung an einen Punkt gelangt, über den in seiner Eigenheit hinaus eine weitere Entwicklung nicht mehr denkbar erscheint.

Was sieht man? Man sieht Farben als Licht, Licht als Farbe – nichts sonst.

Aber dies.

Feste Formen, klar gegeneinander abgegrenzte Farbfelder gibt es nicht. Es sind vielmehr jeweils zarte, äußerst subtil changierende Farben, die uns vor Augen kommen, und zwar als das Resultat eines sehr eigenwilligen, langwierigen Arbeitsprozesses, der auf die konsequente Auslöschung jeglicher Pastosität zielt. Pastosität macht Farbe als Materie sichtbar, ist stofflich greifbar. Das von der Künstlerin hervorgebrachte Farblicht aber ist nicht Handschrift als fassbare Schaffensspur, ist vielmehr etwas fundamental Anderes.

Der Betrachter kommt mit besonderer Intensität ins Spiel. Mit seinen Neigungen, Gedanken oder Träumen, seinen Interessen, seinem Wissen, seinem Glauben ziehen ihn die Bilder, zieht ihn das farbige Licht, in Bann.

(Prof. Karl Arndt)

… vom Ufer los

Lilli Elsner

Vernissage 15. Dezember 2019, 16 h

Dauer der Ausstellung 15.12.2019 – 12.03.2020

 

 

 

Lilli Elsner, geb. 1993, hat an der Berliner Universität der Künste studiert. Von jeher hat sie mit Farbchemie und unterschiedlichen Bildträgern intensiv experimentiert. Ihre Werke konnten bereits in zahlreichen Einzelausstellungen präsentiert werden.

Lilli Elsner begreift Kunst als Handlung, als Schöpfungsakt, der ihr wichtiger ist als das fertige Werk. In dieser hochtechnologischen Gesellschaft möchte sie mit ihrer Kunst an dem Punkt ankommen, wo sie unter der Oberfächenhaut ihrer Bilder das Verborgene findet.

Es geht in ihrer Kunst nicht um so etwas wie symbolische Raumbeherrschung.

Lilli Elsner interessieren keine barocke Theatralik, keine blasphemischen Absichten, kein Glaube an Kunstreligion – ihr geht es beim Malen um das Experiment, dabei ersetzt sie soziale und kulturelle Verankerung durch einen Kosmos ohne tradierten Außenhalt. Sie praktiziert keine Exzessrituale, keine Opferhandlungen und glaubt auch nicht an die Utopie des harmonischen Menschen.

Ihre Kunst beginnt mit dem Verrat an der Kunsttradition, an der Ordnung in der Kunst. Sie fordert Kunst ohne Vorsicht, Vergangenheit und Zukunft, ohne Verantwortung.

Kunst, die sie ernst nimmt, ist im Extremfall sozialzerstörerisch und auf jeden Fall ungebunden.

Lilli Elsner befasst sich in ihrer Kunst nicht mit Kunstliebeleien, Halbheiten, Sentimentalität oder Massenkultur, Selbstfindungsrituale interessieren sie nicht. Beim Malen ersetzt sie Selbstfindung und Betroffenheitsrethorik durch Explosivität und kommt dabei mit ihren eigenen Ressourcen aus.

Zitat Lilli : “Meine Kunst ist eine subkulturelle Organisation. Dabei ist mir Freiheit wichtiger als Gleichheit. Kunst als Suche nach Überschreitungen und Ausdehnung von Grenzen der liberalen Kulturgesellschaft finde ich spannend. Kunst, die mich interessiert, stellt Normensysteme in Frage. Wag dich vor und spring! Ich glaube an den Zusammenhang von Kunst und absoluter Liebe”.