vom Ufer los

Lilli Elsner

Vernissage 15. Dezember 2019, 16 h

Dauer der Ausstellung 15.12.2019 – 26.01.2020

Lilli Elsner, geb. 1993, hat an der Berliner Universität der Künste studiert. Von jeher hat sie mit Farbchemie und unterschiedlichen Bildträgern intensiv experimentiert. Ihre Werke konnten bereits in zahlreichen Einzelausstellungen präsentiert werden.

Lilli Elsner begreift Kunst als Handlung, als Schöpfungsakt, der ihr wichtiger ist als das fertige Werk. In dieser hochtechnologischen Gesellschaft möchte sie mit ihrer Kunst an dem Punkt ankommen, wo sie unter der Oberfächenhaut ihrer Bilder das Verborgene findet. 

Es geht in ihrer Kunst nicht um so etwas wie symbolische Raumbeherrschung.

Lilli Elsner interessieren keine barocke Theatralik, keine blasphemischen Absichten, kein Glaube an Kunstreligion – ihr geht es beim Malen um das Experiment, dabei ersetzt sie soziale und kulturelle Verankerung durch einen Kosmos ohne tradierten Außenhalt. Sie praktiziert keine Exzessrituale, keine Opferhandlungen und glaubt auch nicht an die Utopie des harmonischen Menschen.

Ihre Kunst beginnt mit dem Verrat an der Kunsttradition, an der Ordnung in der Kunst. Sie fordert Kunst ohne Vorsicht, Vergangenheit und Zukunft, ohne Verantwortung.

Kunst, die sie ernst nimmt, ist im Extremfall sozialzerstörerisch und auf jeden Fall ungebunden. 

Lilli Elsner befasst sich in ihrer Kunst nicht mit Kunstliebeleien, Halbheiten, Sentimentalität oder Massenkultur, Selbstfindungsrituale interessieren sie nicht. Beim Malen ersetzt sie Selbstfindung und Betroffenheitsrethorik durch Explosivität und kommt dabei mit ihren eigenen Ressourcen aus. 

Zitat Lilli : “Meine Kunst ist eine subkulturelle Organisation. Dabei ist mir Freiheit wichtiger als Gleichheit. Kunst als Suche nach Überschreitungen und Ausdehnung von Grenzen der liberalen Kulturgesellschaft finde ich spannend. Kunst, die mich interessiert, stellt Normensysteme in Frage. Wag dich vor und spring! Ich glaube an den Zusammenhang von Kunst und absoluter Liebe”.

reale lichtmomente

Elisabeth Tatenberg

Ausstellungseröffnung 26. Januar 2020, 14 h

Zur Ausstellungseröffnung wird Christian von Richthofen eine rhythmische Introduktion zu den Bildern machen

Dauer der Ausstellung 26.01.- 23.02.2020

Elisabeth Tatenberg, geb. 1953 in Hamburg hat von 1972-1976 an der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften Gestaltung studiert und als Diplom Grafik-Designer abgeschlossen.  Zahlreiche Stipendien und Auslandsaufenthalte zu Studienzwecken haben ihre freie Malerei geprägt.

Mit den Arbeiten ihrer letzten Schaffensphase ist Elisabeth Tatenberg im Verlauf einer konsequenten Entwicklung an einen Punkt gelangt, über den in seiner Eigenheit hinaus eine weitere Entwicklung nicht mehr denkbar erscheint.

Was sieht man? Man sieht Farben als Licht, Licht als Farbe – nichts sonst.

Aber dies.

Feste Formen, klar gegeneinander abgegrenzte Farbfelder gibt es nicht. Es sind vielmehr jeweils zarte, äußerst subtil changierende Farben, die uns vor Augen kommen, und zwar als das Resultat eines sehr eigenwilligen, langwierigen Arbeitsprozesses, der auf die konsequente Auslöschung jeglicher Pastosität zielt. Pastosität macht Farbe als Materie sichtbar, ist stofflich greifbar. Das von der Künstlerin hervorgebrachte Farblicht aber ist nicht Handschrift als fassbare Schaffensspur, ist vielmehr etwas fundamental Anderes.

Der Betrachter kommt mit besonderer Intensität ins Spiel. Mit seinen Neigungen, Gedanken oder Träumen, seinen Interessen, seinem Wissen, seinem Glauben ziehen ihn die Bilder, zieht ihn das farbige Licht, in Bann.

(Prof. Karl Arndt)

art-genossen

Barbara Niesen – Christine Rowland – Imke Stolle d’ Silva

Vernissage Sonntag, 26. April 2020, 14 h

Zur Einführung spricht Malte Sonnenfeld – Neo-Popartkünstler und Fernsehsprecher

Dauer der Ausstellung 26.04.-03.05.2020

Imke Stolle d´Silva geht psycholgischen Gesetzmäßigkeiten des Menschseins auf den Grund. Ausdrucksstarke Figurationen schicken ihre Betrachter auf eine Reise, ermöglichen ihnen Einblicke in mehr oder weniger vertraute anthropologische Konstanten. Prozesshaft, in Farbe und Form expressiv, werden die Bildsubjets mit der Aussage verknüpft, abwechslungsreich durch kontrastierende Malweisen gestaltet, oft in mehrschichtigem Farbauftrag entwickelt und kompositorisch auf den Punkt gebracht. Es entstehen Menschenbilder von ungewöhnlicher Intensität, die unter der Oberfläche des Alltags Verborgenes sichtbar machen.

GIFT OF NATURE, Acryl auf Leinwand,120 x 90 cm

In GIFT OF NATURE erscheint die Frau in einer mütterlichen Gestik – sie hält die beiden Fische im Arm – jedoch ist ihre Qual in den entfremdeten Augen deutlich zu sehen. Ebenso die Idee des Suizids oder der Erlösung durch den gelbgrünen Becher. Auch das Wohnzimmer verändert sich zunehmend, der Bodenteppich hat sich zu einer Blumenwiese und die Lampe zu einer strahlenden Sonne verselbstständigt.

Christine Rowland sucht draußen in der Natur nach Formen und spielt mit ihnen, indem sie sie z.B. in die Länge zieht oder verdickt – sie verändert sie in jeder erdenklichen Art und Weise und findet, durch die Wahl des Materials und die Abstraktion der Form, neue Interpretationen.

Für Christine Rowland, die mit sanften Formen und schweren Materialien spielt, ist oft das Gegensätzliche – das vielleicht sogar unvereinbar Scheinende – ein Anreiz und auch Herausforderung zur kreativen Umsetzung.

Mit ihren schweren Materialien wie Stein, Holz und Metall und dem schwerem Arbeitsgerät öffnet sie, mit einer körperlich anspruchsvollen und intensiven Arbeit, Wahrnehmungsräume, die vorher für einen Betrachter kaum zu vermuten gewesen wäre.

Mit Ausdauer und Beharrlichkeit löst sie ihre Ideen und Vorstellungen auch aus ganz widrigem Material, und dabei ist gerade dieser Widerstand, durch den sie sich hindurcharbeitet, für sie wichtig, um die Perspektive, die sich dahinter verbirgt, freilegen zu können.

 

FEDER, 2014, Buche verstockt und lasiert, 268 x 30 x 5 cm

„Ich versuche dem Schweren das Leichte abzugewinnen“, so die Künstlerin selbst – und ich finde sie tut dies mit ihren Skulpturen in einer solch faszinierend schlichten Schönheit, dass ich mit meinen Gedanken geradezu entlanggleiten möchte – und gerne möchte ich ebenso mit meinen Gefühlen, und auch im wahrsten Sinne des Wortes – mit meinen Händen – begreifen, wie es ist, wenn Gegensätzliches überwunden zu einer harmonischen Form gefunden hat.

(Textauszug von Simone Rentell)

Barbara Niesen, geb. in Issum am Niederrhein nahe der holländischen Grenze, lebt seit 20 Jahren in Nümbrecht im oberbergischen Land. Sie malt und signiert mit Mädchennamen Barbara Timpert. Der bekannte Impressionist Hein Hoppmann entdeckte ihr Talent, er lehrte und förderte sie. Niesen ist Dozentin für meditatives Malen am Europäischen Institut für angewandten Buddhismus in Waldbröl

 

NUMBERS, Mischtechnik auf Leinwand

Mit einer seltenen Sensibilität für Farben, Flächen und Formen schafft Niesen eine Welt, in der der Betrachter unmittelbar fündig wird – ob dieser nun Freiheit sucht oder Struktur, Harmonie oder inspirierende Spannung.

PAIDEIA & ARETE

Wege zur Bestform der zeitgenössischen Kunst

Bosco di Fresco

Ausstellungsdauer 10.-21.05.2020

PENELOPE

 

Der 1950 in München geborene Künstler, Bosco di Fresco (alias), mit Studium als Dipl. Ingenieur und Dozent für graphische Verfahrenstechniken (Fotographie, Reproduktion, Print und Printmaterialien), hat sich ab den 70er-Jahren der modernen Malerei gewidmet.

Vorab galt es Malereitechniken der großen Namen wie Leonardo da Vinci (Vorzeichnung, Bildformate und Malmittel), van Rijn Rembrandt (Imprimituren/Grundierungen), Henry Matisse (Themen und Farbkomposition), Gustav Klimt (Verarbeitung von Blattmetallen auf Gemälden) kennenzulernen. Am Ende hat er sich für Malereitechniken mit hochkonzentrierten Pigmentfarben auf Ölbasis, Dammarharzen nebst Terpentinen aus Pinienbaumextrakten und Blattgold/Blattsilber auf Leinwand und Holz entschieden.

Er erkannte sehr schnell an den Ergebnissen, dass diese Malereitechnik ein großes künstlerisches Gestaltungs-Spektrum bei hier notwendigen, langsamen Trocknungs- und Vernetzungs-Vorgängen bietet. Dies im Gegensatz zur schnell trocknenden Aquarell- oder Acryltechniken, was viele Künstler wiederum schätzen (man wird schneller fertig und das Gemälde ist sofort transportfähig). Ölfarbe lässt sich wirkungsvoll dreidimensional mit Tiefenstruktur ausarbeiten. Das Ergebnis wissen viele Betrachter zu schätzen.

FARBWELTEN

Ursula Schregel

Vernissage Sonntag,  21. Juni 2020, 14 Uhr

Dauer der Ausstellung 21.06. – 16.07.2020

Ein mit Promotion abgeschlossenes Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte führte Ursula Schregel zunächst als Dramaturgin an große deutsche Theater und anschließend als Hörspieldramaturgin zum WDR. Ende 2014 wandte sie sich der Malerei zu und nahm regelmäßig Unterricht bei einem Meisterschüler Gerhard Richters. Inzwischen hat sie in zahlreichen europäischen Ländern ausgestellt, in den USA und im Nahen Osten.

© Ursula Schregel, Schattenpaar, 2019, Acryl auf Leinwand, 120x100cm

 

„Die Werke der Künstlerin machen neugierig. Die Farben sind meist in mehreren Schichten aufgetragen, und unter der oberen schlummern Geheimnisse. Es ist geradezu spannend, die Bilder auf ihre Pinselführung, die Leuchtkräfte, das Formengut und die Wirkung hin zu befragen. Bei keinem Werk wird man dieselbe Antwort erhalten. Da gibt es keine Routine, keine Wiederholung. Das bisher vorliegende malerische Werk von Ursula Schregel ist eine Überraschung. Sie bildet nichts ab, sie findet ihre Bilder in sich selber. Diese autonome Malerei ist unverwechselbar, sie ist authentisch. Zu dieser Individualität passt es,  dass nach- und nebeneinander Bilder entstehen, die prima vista nichts miteinander zu tun haben. Aber darin liegt das Besondere dieser Handschrift. Sie ist abstrakt, sie ist informell, mitunter scheint sie strukturiert, ein anderes Mal dynamisch.“

Prof. Dr. Frank-Günther Zehnder